Start des europaweiten Architektenwettbewerbs markiert nächsten Meilenstein
Die Planungen für den Neubau der Solemar-Therme schreiten weiter voran – und das bei gleichzeitig laufendem Betrieb: Die Therme bleibt während der gesamten weiteren Projektentwicklung und auch in der Bauphase geöffnet, eine Schließung ist nicht vorgesehen. Gäste können das Angebot somit weiterhin nutzen.
Der geplante Neubau der Solemar-Therme erreicht eine neue, entscheidende Phase: Nach intensiven
Vorbereitungen wird das europaweite Vergabeverfahren für einen hochbaulichen und freiraumplanerischen
Realisierungswettbewerb mit Ideenteil am 27. April 2026 im Amtsblatt der Europäischen Union
veröffentlicht. „Damit nimmt eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte für den Kur- und
Gesundheitsstandort Bad Dürrheim sowie die gesamte Region weiter konkret Gestalt an“, so
Geschäftsführer Markus Spettel.
Die Solemar-Therme zählt seit Jahren zu den besucherstärksten Einrichtungen der Region und ist ein zentraler Baustein für die touristische Attraktivität, die regionale Wertschöpfung sowie die gesundheitliche Daseinsvorsorge. Mit bis zu rund 650.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr unterstreicht die Therme ihre herausragende Bedeutung als Frequenzbringer und Wirtschaftsfaktor. Entsprechend hoch ist die strategische Relevanz des Projekts – sowohl für die Stadt als auch für die gesamte Kur- und Bäderlandschaft in Baden-Württemberg.
Bereits im vergangenen Jahr wurde öffentlich kommuniziert, dass die zuvor geprüften Sanierungsvarianten nicht weiterverfolgt werden. Stattdessen hat die Gesellschafterversammlung die Geschäftsführung der Kurund Bäder GmbH Bad Dürrheim beauftragt, eine Neubauvariante vertieft zu untersuchen und konsequent voranzutreiben. Seither wurden in zahlreichen Projekt- und Gremiensitzungen die inhaltlichen und strategischen Grundlagen für die weitere Planung gelegt. Ende 2025 folgte schließlich der Auftrag, einen Architektenwettbewerb auf den Weg zu bringen. Mit dem renommierten Fachberater „kohler grohe architekten“ aus Stuttgart konnte hierfür ein ausgewiesener Experte gewonnen werden.
Seit November 2025 wurden die Wettbewerbsunterlagen in einem intensiven, mehrmonatigen
Arbeitsprozess erarbeitet. Grundlage bildete ein breit angelegter Abstimmungsprozess innerhalb der Kurund
Bäder GmbH Bad Dürrheim, in den sämtliche Fachbereiche eingebunden waren. Die daraus
gewonnenen Erkenntnisse wurden systematisch zusammengeführt und in ein detailliertes Raumprogramm
überführt. Zentraler Bestandteil dieser Grundlagenarbeit war zudem die Konzeptstudie aus dem Jahr 2024,
deren Inhalte maßgeblich in die weitere Planung eingeflossen sind. Aufbauend darauf wurde eine vertiefte
Betrachtung vorgenommen, bei der sowohl die räumliche Struktur als auch die Kubatur des Projekts
konkretisiert und mit ersten Kostenschätzungen hinterlegt wurden. Ergänzend wurden wertvolle
Erkenntnisse aus einer gezielten „Thermentour“ berücksichtigt, bei der vergleichbare Einrichtungen
analysiert und Best-Practice-Beispiele identifiziert wurden. Auch die Ergebnisse von Gästebefragungen sind
in die konzeptionellen Überlegungen eingeflossen, sodass sowohl betriebliche Anforderungen als auch
Nutzerperspektiven umfassend berücksichtigt werden konnten.
Parallel dazu wurden auch die zuständigen Behörden früh in den Prozess einbezogen: In einem ersten
Abstimmungstermin konnten wesentliche Rahmenbedingungen sowie fachliche Hinweise unter Beteiligung
von Naturschutz, Baurechtsbehörde und weiteren Fachstellen geklärt werden. Ziel dieses frühen Dialogs
war es, eine hohe Planungssicherheit zu schaffen und regulatorische Anforderungen von Beginn an
systematisch zu berücksichtigen.
Der Architektenwettbewerb selbst ist zweistufig konzipiert und verbindet konkrete Realisierungsperspektiven mit strategischen Zukunftsüberlegungen. Im Mittelpunkt des Realisierungsteils steht die Planung einer vollständig neuen, funktionalen Therme mit zeitgemäßem Bade-, Sauna- und Wellnessangebot. Ergänzend dazu eröffnet der Ideenteil zusätzliche Entwicklungsperspektiven: Zum einen soll ein Thermenhotel mit direkter, funktional sinnvoller Anbindung an die Therme – etwa über einen Bademantelgang – konzipiert werden, zum anderen werden Lösungen für den Umgang mit dem bestehenden Thermenkomplex von den Wettbewerbsteilnehmenden erarbeitet.
Dabei kommt dem Erhalt der charakteristischen Kuppeldächer eine besondere Bedeutung zu, da diese als identitätsstiftendes architektonisches Markenzeichen weit über die Region hinaus wahrgenommen werden. In diesem Zusammenhang sind die Wettbewerbsteilnehmer aufgefordert zu prüfen, inwiefern das bestehende Therapiezentrum funktional integriert und perspektivisch in ein Gesamtkonzept unter einem Dach eingebunden werden kann. Der geplante Neubau soll auf einer der südwestlich der bestehenden Therme gelegenen Fläche realisiert werden. Dieser Ansatz bietet einen entscheidenden Vorteil: Der laufende Betrieb der Solemar-Therme kann während der gesamten Bauphase uneingeschränkt aufrechterhalten werden, sodass die Einrichtung durchgehend für Gäste geöffnet bleibt.
Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt beginnt nun die Bewerbungsphase für den Wettbewerb. Sieben
ausgewählte Büros wurden bereits gezielt zur Teilnahme eingeladen. Weitere 23 Büros werden über den
Wettbewerb ausgewählt. „Wir erwarten eine sehr hohe Beteiligung und damit eine große Bandbreite an
qualitativ hochwertigen Entwürfen. Das zeigt bereits jetzt die enorme Bedeutung und Strahlkraft dieses
Projekts“, erklärt Geschäftsführer Markus Spettel. Das Verfahren wird sich über mehrere Monate erstrecken
und von intensiven Abstimmungs- und Bewertungsschritten begleitet sein, mit dem Ziel, im Frühjahr 2027
einen endgültigen Siegerentwurf zu küren.
Parallel zur planerischen Entwicklung wird die Finanzierung des Projekts mit hoher Priorität vorangetrieben.
In den vergangenen Monaten wurden hierzu zahlreiche Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern
auf Landes- und Bundesebene geführt. Gemeinsam mit dem Heilbäderverband wurde ein Positionspapier
erarbeitet, das die besondere Bedeutung von Thermen für die Gesundheitsversorgung und die
wirtschaftliche Stabilität von Kurorten herausstellt und die Notwendigkeit öffentlicher Förderstrukturen
unterstreicht. „Thermen wie das Solemar sind weit mehr als touristische Einrichtungen. Sie sind ein
unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur und der regionalen Wirtschaftskraft“,
betont Markus Spettel. „Um diese Angebote langfristig zu sichern, brauchen wir verlässliche
Förderstrukturen.“ Das Positionspapier wurde allen relevanten politischen Akteuren übermittelt, der Dialog
wird weiterhin intensiv geführt – auch mit Unterstützung der kommunalen Gremien.
Begleitend zu den politischen Gesprächen findet ein intensiver Austausch mit regionalen Kreditinstituten zur
Erarbeitung passender Finanzierungskonzepte statt. Parallel dazu steht die Stadt Bad Dürrheim auch in
engem Austausch mit der Kommunalaufsicht. „Unser klares Ziel ist es, dieses für unsere Stadt und die
gesamte Region so wichtige Projekt erfolgreich umzusetzen“, erklärt Bürgermeister Jonathan Berggötz,
Vorsitzender des Aufsichtsrats. „Die Solemar-Therme ist ein zentraler Motor für Tourismus, Arbeitsplätze
und Lebensqualität. Wir werden alle Kräfte bündeln, um die Realisierung zu ermöglichen.“
Der Neubau der Solemar-Therme ist damit weit mehr als ein Bauprojekt: Er ist ein zentrales Zukunftsprojekt für die Stadt und die Region. Neben der Sicherung von Arbeitsplätzen stärkt er die Wettbewerbsfähigkeit des Kurstandorts, erhöht die touristische Attraktivität und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Mit dem Start des Architektenwettbewerbs ist nun ein entscheidender Meilenstein erreicht, auf dessen Grundlage die nächsten Schritte zur Realisierung dieses Vorhabens folgen werden.
Interessierte Architekturbüros finden hier , sowie hier weitere Informationen.